Korbinian Viechter - Als Infanterist zum Ritterkreuz - Ingo Möbius

Korbinian Viechter - Als Infanterist zum Ritterkreuz

(Autor)

Buch | Hardcover
217 Seiten
2020 | 6., Aufl.
Möbius, Ingo (Verlag)
978-3-00-019264-7 (ISBN)
19,90 inkl. MwSt
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Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes war die höchste Tapferkeitsauszeichnung, die an deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg verliehen werden konnte.

Ein Träger dieser Auszeichnung war Korbinian Viechter. In diesem Buch schildert er seine Erlebnisse aus den Jahren des Krieges und der Gefangenschaft. Er schildert den Kampf als Infanterist in Frankreich und an den Fronten im Osten bis zum bitteren Ende.

Als sichtbares Zeichen für seinen Einsatz trug er bei Kriegsende unter anderem neben der Nahkampfspange in Silber auch das Verwundetenabzeichen in Gold, für insgesamt 9 erlittene Verwundungen. Bei Kriegsbeginn noch einfacher Schütze, geriet er im Mai 1945 als Oberleutnant in russische Gefangenschaft. Die folgenden Jahre überstand er nur durch die Hilfe eines russischen Arztes und die schützende Hand eines NKWD-Offiziers.

Das Buch ist der Erlebnisbericht eines Mannes, dem es nicht vergönnt war, über sein Schicksal selbst entscheiden zu können, und der gleichzeitig ohne Reue und Pathos auf diesen Teil seines Lebens zurückblickt.

Geboren wurde Korbinian Viechter am 27. November 1914 in Großhöhenrain. Nach Besuch der Volksschule ergriff er den Beruf eines Maurers. Mit Wiedereinführung der Allgemeinen Wehrpflicht 1934 mußte er diese Tätigkeit jedoch für 1 ½ Jahre unterbrechen. Am 3. April 1934 rückte er beim Grenadierregiment 19 ein, dieses Regiment gehörte zur 7. Infanteriedivision und lag in München. Bereits in dieser Zeit zeigten sich seine menschlichen Eigenschaften, die ihn auf seinem späteren militärischen Weg auszeichnen sollten. Viechter war stets bereit, sich für seine Kameraden einzusetzen und gegen Ungerechtigkeiten anzukämpfen, auch scheute er nicht davor zurück, sich dabei mit Vorgesetzten auseinanderzusetzen. Letzteres führte jedoch dazu, daß er im Oktober 1935 mit Ende seiner Wehrdienstzeit als einfacher Schütze entlassen wurde. Viechter kehrte in seinen erlernten Beruf zurück. Doch vor der Kulisse des drohenden Krieges mußte er Ende August 1939 erneut von seiner Familie Abschied nehmen. Im Raum Rosenheim - Bad Aibling wurde die 212. Infanteriedivision aufgestellt. Viechter kam zur 4. Kompanie / Infanterieregiment 320. Mit dieser Einheit erlebte er den Jahreswechsel 1939 / 1940 als Grenzsicherung am Westwall. Schnell erkannte sein Bataillonskommandeur seine Fähigkeiten und schickte ihn auf einen Unteroffizierslehrgang. Am 1. Januar 1940 wurde Viechter zum Unteroffizier befördert und zum Gruppenführer eines Granatwerfertrupps ernannt. Im Frankreichfeldzug des Jahres 1940 mußte er zum ersten Mal die ihm anvertrauten Soldaten im Einsatz führen. Viechter sammelte erste Kampferfahrungen, erlitt seine erste Verwundung und wurde am 9. Juli 1940 mit dem EK II ausgezeichnet. Nach Ende des Krieges im Westen verblieb die 212. Infanteriedivision zuerst als Besatzungstruppe in Frankreich und kehrte danach in die Heimat zurück. Innerhalb des Bataillons wurde nun ein ganzer Granatwerfer-Zug aufgestellt, als Zugführer wurde Unteroffizier Viechter ernannt. Er sorgte in den kommenden Monaten für eine gründliche Ausbildung der noch jungen Soldaten. Seine Position als Zugführer wurde mit der Beförderung zum Feldwebel am 1. März 1941 gefestigt. Am 21. Juni 1941 begann der Krieg gegen Rußland. Im Oktober 1941 wurde die 212. Infanteriedivision, bis zu dieser Zeit in der Heimat verblieben, ebenfalls an die Front in Marsch gesetzt. Es folgten schwere Kämpfe im Raum Leningrad und in der Zeit des Jahreswechsel 1941 / 42 am Wolchow. Mehrfach konnte Viechter mit seinen Granatwerfern schwierige Situationen bereinigen. Für diesen Einsatz wurde er am 8. Mai 1942 mit dem EK I und am 22. Mai mit dem Infanteriesturmabzeichen ausgezeichnet, wenige Tage darauf erfolgte auch die Beförderung zum Oberfeldwebel. Am 6. Juni 1942 wurde er während eines Gefechtes verwundet, ein Lazarettaufenthalt in der Heimat war die Folge. Viechter kam zur Ausheilung nach Ingolstadt. Im August 1942 erhielt er eine neue Aufgabe. Er erhielt eine Kommandierung auf den Truppenübungsplatz Hohenfels. Dort sollte er, als erfahrener Rußlandkämpfer, als Leiter einer Waldkampfbahn die Ausbildung junger Soldaten unterstützen. Im November 1942 nach Ingolstadt zurückgekehrt fand er dort Verwendung als Ausbilder von Offiziersbewerbern. Im April 1943 überredete ihn sein alter Bataillonskommandeur, doch selbst die Laufbahn eines Offiziers einzuschlagen. So kam Viechter zu einem Offizierslehrgang nach Wiener Neustadt. Am Ende dieses Lehrgangs wurde er am 1. August 1943 zum Leutnant befördert. Dem folgte eine erneute Verwendung an der Ostfront. Viechter kam zur 167. Infanteriedivision und sollte dort im Grenadierregiment 315 als Kompanieführer die 8. Kompanie übernehmen. Die Kämpfe im Südabschnitt des Jahres 1943 erforderten auch von ihm höchsten Einsatz. Als Ende November 1943 den Sowjets ein Durchbruch durch die Linien der Division gelang, konnte er einen Teil seiner Leute erfolgreich zu den eigenen Linien zurückführen. Dabei wurde er erneut verwundet. Es folgte wiederum ein Lazarettaufenthalt und eine kurzzeitige Rückkehr in die Heimat. Nach erneuter Ausheilung kam Viechter im Februar 1944 erst zur Führerreserve Süd und erhielt wenig später die Kommandierung zur 46. Infanteriedivision. Hier übernahm er als Kompanieführer die 4. Kompanie im Grenadierregiment 42. Die Fronten im Osten gingen immer weiter zurück und die Kampfstärken der deutschen Einheiten schmolzen dahin. Nach der Rückführung der Division aus Rumänien drohte in den Karpaten Ende September 1944 die Einschließung durch nachdrängende russische Verbände. Leutnant Viechter erhielt den Auftrag, mit einer schnell zusammengestellten Einheit eine wichtige Anmarschstraße zu sperren und so der Division den Rückzug zu ermöglichen. Diese Aufgabe glich einem Himmelfahrtskommando. Doch ihm gelang die Durchführung, ohne einen eigenen Mann zu verlieren. Für diese große soldatische Leistung wurde Korbinian Viechter am 20. Oktober 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Weiterhin erfolgte die Beförderung zum Oberleutnant. Bei den anschließenden Kämpfen wurde er erneut verwundet. Wiederum kam es zu einem kurzen Aufenthalt in der Heimat. Ende Oktober 1944 kehrte Viechter erneut an die Front zurück und übernahm als Kompaniechef die 13. Kompanie im Grenadierregiment 42. Es folgten die schweren Rückzugskämpfe des Jahres 1945 in Ungarn und in der Slowakei. Viechter selbst wurde noch am 28. April 1945, wenige Tage vor Ende des Krieges, erneut schwer verwundet. Es war dies seine 9. Verwundung. Davon zeugten sowohl das Verwundetenabzeichen in Gold als auch die Nahkampfspange in Silber. Aufgrund seiner Verwundung völlig hilflos, geriet er wie viele seiner Kameraden in russische Gefangenschaft. Nach der Ausheilung seiner Wunden kam er im September 1945 erneut nach Rußland, in ein Gefangenenlager im Kaukasus. Auch hier setzte er sich stets für seine ihm anvertrauten Männer ein. In einer Auseinandersetzung mit russischen Wachposten erhielt er im Dezember 1945 eine lebensgefährliche Kopfverletzung. Nur das Können eines russischen Arztes rettete ihm das Leben und die schützende Hand eines jungen NKWD-Offiziers bewartete ihn vor einer Verurteilung. Es folgten jedoch noch 4 weitere schwere Jahre in Kriegsgefangenschaft. Nur der Gedanke an die Heimat und an die Familie ließen ihn diese Zeit überstehen. Erst mit Beginn des Jahres 1950 kehrte Korbinian Viechter in seinen Heimatort zurück.

Erscheint lt. Verlag 1.12.2020
Zusatzinfo 42 Fotos
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 480 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Literatur Essays / Feuilleton
Kinder- / Jugendbuch Sachbücher Geschichte / Politik
Geschichte Allgemeine Geschichte 1918 bis 1945
Schlagworte 167. Infanteriedivision • 2. Weltkrieg • 46. Infanteriedivision • Abwehrkämpfe • Blitzkrieg • Blitzsieg • Eichenlaubträger • Eisernes Kreuz • Erlebnisbericht • Frankreichfeldzug • Georgien • Granatwerfer • GULAG • Hans Philipp • Heeresgruppe Nord • Heeresgruppe Süd • Infanterie • Infanteriedivision • Karpaten • Karpathen • Kaukasus • Kriegserinnerungen • Lazarett • Lazarettzug • Leningrad • Nahkampf • Nahkampfspange • Nahkampftage • NKWD • Ostfront • Panzervernichter • Panzervernichtungsabzeichen • reserveoffizier • Ritterkreuz • Ritterkreuzträger • Rückzugskämpfe • Rumänien • Russische Gefangenschaft • Rußlandfeldzug • Schlacht um Frankreich • Schwerterträger • sowjetische Gefangenschaft • Sowjetunion • Staudamm • Tapferkeitsauszeichnung • Tapferkeitsoffizier • Tiflis • Ukraine • Ungarn • Unternehmen Barbarossa • Verwundetenabzeichen • Waffen-SS • Wehrmacht • Westfeldzug • Westfront • Westwall • Wlassow • Wolchow • Wolchowfront • Wolchow-Front • Wolchowkessel • Wolchow-Kessel • Zweiter Weltkrieg
ISBN-10 3-00-019264-6 / 3000192646
ISBN-13 978-3-00-019264-7 / 9783000192647
Zustand Neuware
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